Ananas 🍍

Schwangerschaft · Geburtsvorbereitung

Ananas in der Schwangerschaft

Ananas ist eine leckere und gesunde Frucht. Sie liefert unter anderem Vitamin C, Ballaststoffe und verschiedene Pflanzenstoffe und kann während der ganzen Schwangerschaft genossen werden. Sie hat aber anscheinend auch noch andere interessante Eigenschaften, die für die Geburt eine Rolle spielen könnten.

Kann Ananas die Geburtsvorbereitung unterstützen?

Ananas enthält das Enzym Bromelain. In einer kleinen randomisierten Studie aßen 71 Schwangere am Termin (40. bis 41. Schwangerschaftswoche) drei Tage lang täglich 250 Gramm Ananas. Die Forschenden beobachteten eine günstigere Muttermundreife und häufiger vaginale Geburten in der Ananasgruppe.1

Eine größere Beobachtungsstudie mit 2.400 Schwangeren berichtete ebenfalls positive Zusammenhänge zwischen Ananasverzehr im dritten Schwangerschaftsdrittel, Muttermundreife und Geburtsverlauf.2 Zusammen geben diese Ergebnisse ermutigende erste Hinweise.

Wie viel Ananas wurde in der Studie gegessen?

Die untersuchte Menge waren 250 Gramm am Tag über drei aufeinanderfolgende Tage. Das entspricht ungefähr einer gut gefüllten kleinen Schale mit Ananasstücken und etwa der essbaren Hälfte einer mittelgroßen Ananas. Die genaue Menge hängt von Größe und Schälverlust ab.3 Du kannst die Portion auf einmal essen oder über den Tag verteilen, zum Beispiel zum Frühstück oder als Snack. Entscheidend für den Vergleich mit der Studie ist die Tagesmenge.

Was steckt noch in Ananas?

Frische Ananas enthält pro 100 Gramm etwa 53 Milligramm Vitamin C und 1,4 Gramm Ballaststoffe. Außerdem liefert sie Kalium, Mangan und Folat. Sie enthält auch verschiedene Pflanzenstoffe und das Enzym Bromelain.6

Frisch oder aus der Dose?

Für die Geburtsvorbereitung passt frische Ananas am besten zur Studienportion. Beim Erhitzen, wie es beim Einkochen für Dosenananas geschieht, wird Bromelain weitgehend inaktiviert.4 Wenn du dich an der Studie orientieren möchtest, wähle frische Ananas.

Warum verändert sich das Geschmacksempfinden manchmal?

Manche Menschen bemerken nach frischer Ananas, dass sich ihr Geschmacksempfinden kurz verändert. Eine kleine Geschmacksstudie fand nach dem Essen von frischer Ananas veränderte Wahrnehmungsschwellen für süß und bitter.5 Als mögliche Erklärung wird Bromelain diskutiert: Das Enzym kann die Geschmacksempfindung beeinflussen. Diese unmittelbare Veränderung ist kein Grund, Ananas wegzulassen. Wenn du den Geschmack deiner übrigen Mahlzeit genießen möchtest, iss die Ananas einfach am Ende.

Mein Fazit

Ich bin ein Fan davon, mehrere gute Dinge auf einmal mitzunehmen. Beim Spazierengehen genieße ich die Natur, tanke Sonne, mache meinen Hund glücklich und sammle Schritte. Das lässt sich auch auf viele Gesundheitsthemen übertragen. Gerade bei Ernährung und Bewegung bringt eine Sache oft mehrere Vorteile mit sich. So ist es auch bei der Ananas. Sie ist eine leckere und gesunde Frucht. Sie liefert Vitamin C, Ballaststoffe und verschiedene gesunde Pflanzenstoffe. Zusätzlich könnte sie sich positiv auf die Muttermundreife und den Geburtsverlauf auswirken. Wenn du Ananas magst, kannst du sie während der ganzen Schwangerschaft genießen und vielleicht gerade am Ende etwas häufiger essen. Wie bei allem gilt: Iss sie nur, wenn du sie auch gerne magst. Dein Körper sagt dir meist, was dir guttut. Steht eine Geburtseinleitung bevor, könntest du dich an der in der Studie untersuchten Menge orientieren und in den drei Tagen davor täglich 250 Gramm frische Ananas essen.

Quellen

  1. Shariat Moghani S et al. (2026). Pineapple consumption accelerates cervical ripening and labor onset: A randomized controlled trial. DOI: 10.1016/j.nexres.2026.101969.
  2. Elendu C et al. (2026). The impact of pineapple consumption on cervical ripening and labor outcomes: A nationwide retrospective cohort study among pregnant women in Nigeria. PubMed.
  3. Health Canada. Canadian Nutrient File: Portionsangaben für rohe Ananas (250 ml gewürfelt entsprechen 174,4 g). Portionsdatenbank.
  4. Zhou et al. (2021). Purification and characterization of bromelain from pineapple (Ananas comosus L.) peel waste. DOI: 10.1111/1750-3841.15563.
  5. Romli SR, Murad M. (2022). Influence of fresh pineapple intake on human taste detection and recognition thresholds of basic taste stimulants. DOI: 10.1111/joss.12729.
  6. Max Rubner-Institut. Bundeslebensmittelschlüssel 4.0, Datensatz „Ananas roh“, Nährwerte pro 100 g essbarer Anteil. BLS Datenbank.

Fachliche Einordnung: Oktober 2026.

Himbeerblättertee

Rundumbetreut · Schwangerschaft

Himbeerblättertee: Was ist dran?

Tradition, Studien und meine Erfahrung aus der Hebammenarbeit

Himbeerblättertee gehört für viele Frauen zur Vorbereitung auf die Geburt. Über lange Zeit wurde er häufig empfohlen, weil er die Gebärmuttermuskulatur unterstützen und den Geburtsverlauf erleichtern soll. Was sagen die Studien dazu und wie bewerte ich die Empfehlung heute?

Meine Erfahrung mit Himbeerblättertee

Über viele Jahre habe ich in der Geburtsvorbereitung häufig drei Tassen Himbeerblättertee täglich empfohlen. Das war damals eine gängige Empfehlung. Die Frauen, die ich begleitet habe, kamen damit in der Regel gut klar und haben die kleine Teezeremonie zur Einstimmung auf die Geburt überwiegend als positiv empfunden.

Äußerst selten wurde der Tee nicht so gut vertragen. Probleme beim Versorgen oder Nähen von Geburtsverletzungen habe ich in meiner langjährigen Arbeit nicht beobachtet. Auch sonst sind mir keine wiederkehrenden Nachteile aufgefallen.

Vor einigen Jahren bin ich vorsichtiger geworden und habe meist nur noch eine Tasse täglich empfohlen. Dazu beigetragen haben die begrenzte Studienlage und Berichte, die im Internet immer wieder auftauchten: Das Dammgewebe werde weich oder porös, Risse kämen häufiger vor und ließen sich schlechter nähen.

Bei genauerem Hinsehen beruhen diese Aussagen auf einzelnen Erfahrungsberichten von Hebammen, die in einem Blogbeitrag weitergegeben wurden. Es handelt sich nicht um eine Untersuchung mit dokumentierten Fällen. Wenn solche Aussagen oft geteilt werden, können sie sehr überzeugend wirken, auch wenn ihre Datengrundlage klein und unklar ist.5

Was wurde in den Studien beobachtet?

Eine Beobachtungsstudie aus dem Jahr 1999 befragte 108 Frauen nach der Geburt. 57 von ihnen hatten Himbeerblattprodukte verwendet. Die Ergebnisse deuteten auf kürzere Geburtsphasen und weniger geburtshilfliche Eingriffe hin. Das war ein erster positiver Hinweis.1

In einer randomisierten Studie mit 192 Erstgebärenden wurden ab der 32. Schwangerschaftswoche täglich zweimal 1,2 Gramm Himbeerblatttabletten eingenommen. In der Himbeerblattgruppe war die Austreibungsphase im Durchschnitt knapp zehn Minuten kürzer. Zangengeburten traten seltener auf, 19,3 Prozent gegenüber 30,4 Prozent in der Vergleichsgruppe. Diese Ergebnisse sind interessante positive Signale aus einer kontrollierten Studie. Bei den untersuchten Geburtsergebnissen insgesamt zeigten sich keine statistisch eindeutigen Unterschiede zwischen den Gruppen.2

Eine prospektive Beobachtungsstudie aus dem Jahr 2024 begleitete 91 Frauen, von denen 44 Himbeerblätter verwendeten. In dieser Gruppe waren medikamentöse Wehenunterstützung, PDA, operative Geburten und Kaiserschnitte seltener. Die Geburtsphasen waren im Durchschnitt kürzer. Das sind weitere positive Hinweise. Die Autorinnen und Autoren empfehlen, die Ergebnisse in größeren Studien weiter zu untersuchen.3

Insgesamt gibt es also positive Studienhinweise, die gut zu den langjährigen Erfahrungen vieler Hebammen und Schwangerer passen. Die bisherige Forschung betrachtet vor allem Geburtsverlauf und Geburtsmodus.

Was macht Himbeerblättertee möglicherweise?

Laboruntersuchungen zeigen, dass Bestandteile der Himbeerblätter glatte Muskulatur beeinflussen können. Dazu gehört auch die Gebärmuttermuskulatur. Je nach Zubereitung wurden unterschiedliche Wirkungen beobachtet. Daraus entstand die Vorstellung, dass Himbeerblätter die Gebärmutter bei der Wehentätigkeit unterstützen könnten.4

In den Studien mit Schwangeren wurde nicht direkt gemessen, wie sich die Gebärmutter durch den Tee verändert. Die positiven Ergebnisse beziehen sich auf den Verlauf der Geburt, etwa Wehenunterstützung, Geburtsdauer und Geburtsmodus. Eine gezielte Wirkung auf Muttermund oder Damm ist in diesen Studien nicht untersucht worden.

Himbeerblättertee und der Damm

Die häufig weitergeteilten Berichte über ein besonders weiches oder poröses Dammgewebe stammen aus einzelnen Hebammenbeobachtungen. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2016 erfasste bei 315 Erstgebärenden verschiedene Maßnahmen zur Geburtsvorbereitung, darunter auch Himbeerblätter. Für Himbeerblätter zeigte sich dabei kein statistisch bedeutsamer Zusammenhang mit Dammverletzungen. Wie viele Frauen Himbeerblätter verwendet hatten und in welcher Form, wurde in der veröffentlichten Zusammenfassung nicht genau angegeben.4

Aus meiner eigenen Betreuung kenne ich keine Schwierigkeiten beim Nähen, die ich auf Himbeerblättertee zurückgeführt hätte. Die Berichte von Kolleginnen nehme ich als persönliche Beobachtungen wahr. Sie erklären, woher die Sorge kommt, und können weitere Forschung anregen.

Tee und Tabletten sind unterschiedliche Zubereitungen

Die randomisierte Studie untersuchte Himbeerblatttabletten mit einer festgelegten Menge ab der 32. Schwangerschaftswoche. Beim Tee werden wasserlösliche Bestandteile aus den getrockneten Blättern in den Aufguss gezogen; die Blätter selbst werden anschließend entfernt. Tee und Tabletten sind deshalb unterschiedliche Zubereitungen. Die Tablettendosis lässt sich nicht direkt in eine bestimmte Zahl Tassen umrechnen.

Meine praktische Empfehlung

Wenn ihr Himbeerblättertee gerne trinken möchtet, könnt ihr ab der 36. Schwangerschaftswoche ein bis drei Tassen täglich ausprobieren. Für eine Tasse übergießt ihr einen Teelöffel getrocknete Himbeerblätter mit sprudelnd kochendem Wasser und lasst den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen.

Achtet darauf, wie ihr euch damit fühlt. Ihr müsst Himbeerblättertee nicht trinken. Euer Körper bereitet sich auch ohne Tee auf die Geburt vor.

Quellen und weiterführende Informationen
  1. Parsons M, Simpson M, Ponton T. Raspberry leaf and its effect on labour: safety and efficacy. Australian College of Midwives Incorporated Journal. 1999;12(3):20 bis 25. PubMed.
  2. Simpson M, Parsons M, Greenwood J, Wade K. Raspberry leaf in pregnancy: its safety and efficacy in labor. Journal of Midwifery & Women’s Health. 2001;46(2):51 bis 59. PubMed.
  3. Bowman RL, Taylor J, Davis DL. Raspberry leaf use in pregnancy: a prospective observational study. BMC Complementary Medicine and Therapies. 2024;24:169. Volltext.
  4. Bowman RL et al. Biophysical effects, safety and efficacy of raspberry leaf use in pregnancy: a systematic integrative review. BMC Complementary Medicine and Therapies. 2021;21:56. Volltext. Die Übersicht bespricht auch die Dammstudie von Bohatá und Dostálek aus 2016. Studie auf PubMed.
  5. Jana Friedrich. Über Anwendung und Wirkung von Himbeerblättertee zur Geburtsvorbereitung. Hebammenblog, 2022. Der Beitrag gibt Berichte aus Kolleginnengesprächen wieder. Beitrag.

Stand: Oktober 2026.

Datteln und Geburt 💜

Datteln sind ein nährstoffreiches, natürlich süßes Lebensmittel.

Was Datteln so besonders macht

Datteln liefern Energie, Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Kalium. Sie enthalten zugleich viel natürlich vorkommenden Zucker und sind deshalb recht energiereich. Als ganze Frucht können sie eine leckere Zwischenmahlzeit sein, am besten so, wie sie dir schmecken und in eine ausgewogene Ernährung passen.

Können Datteln die Geburt unterstützen?

Hier gibt es tatsächlich positive Hinweise: Einige Studien berichten bei Dattelkonsum in den letzten Wochen vor dem errechneten Termin zum Beispiel über einen günstigeren Gebärmutterhalsbefund oder weniger medikamentöse Wehenunterstützung. Das macht Datteln zu einer interessanten und unkomplizierten Möglichkeit, die du ausprobieren kannst, wenn du sie gerne isst. Wie groß der tatsächliche Einfluss der Datteln ist, lässt sich bisher nicht eindeutig sagen.

Jordanien: eine Beobachtungsstudie

In einer prospektiven Studie aßen 69 Schwangere in den letzten vier Wochen täglich sechs Datteln; 45 Frauen aßen keine. In der Dattelgruppe wurden unter anderem häufiger ein spontaner Geburtsbeginn und seltener eine medikamentöse Einleitung oder Wehenverstärkung beobachtet. Weil die Frauen nicht zufällig auf die Gruppen verteilt wurden, lässt sich daraus nicht sicher schließen, dass die Datteln allein den Unterschied verursacht haben.1

Malaysia: eine randomisierte Studie

Eine randomisierte Studie mit 154 Erstgebärenden fand einen geringeren Bedarf an Wehenverstärkung mit Oxytocin. Beim spontanen Beginn der Geburt zeigte sich jedoch kein signifikanter Unterschied. Das ist ein wichtiger Hinweis: Datteln können die Geburt nicht verlässlich „schneller starten“ lassen.2

Die größere Übersichtsarbeit

Eine 2024 veröffentlichte Meta-Analyse wertete 48 Studien aus, die in 55 Veröffentlichungen beschrieben wurden. Bei Datteln in den letzten Schwangerschaftswochen zeigten sich mehrere ermutigende Ergebnisse: Die Geburt begann häufiger von selbst, eine Einleitung war seltener nötig und spontane vaginale Geburten kamen häufiger vor. Bei der Aufnahme zur Geburt war der Muttermund im Durchschnitt weiter geöffnet und geburtsbereiter. Auch die Schwangerschafts- und Geburtsdauer fiel in der Auswertung durchschnittlich kürzer aus. Das gibt Hinweise darauf, dass Datteln die natürliche Geburtsbereitschaft unterstützen können.3

Neu aus Sarajevo, Bosnien-Herzegowina

Die 2025 veröffentlichte Studie untersuchte rückblickend 120 Schwangere: 60 hatten in den letzten vier Wochen täglich sechs Datteln gegessen, 60 nicht. Die Forschenden berichteten über einen kürzeren Geburtsverlauf in der Dattelgruppe. Da es eine retrospektive Vergleichsstudie war und keine zufällige Zuteilung gab, kann sie einen Zusammenhang zeigen, aber nicht beweisen, dass die Datteln dafür verantwortlich waren. Die sehr große berichtete Zeitdifferenz sollte daher nicht als zu erwartende Wirkung verstanden werden.4

Wie viele Datteln und ab wann?

In Studien wurden in den letzten vier Wochen vor dem errechneten Termin häufig etwa 60 bis 80 Gramm Datteln täglich verwendet. Das entspricht ungefähr sechs kleinen Datteln oder zwei bis drei Medjool Datteln, je nach Größe.

Datteln während der Geburt

Während der Geburt können Datteln schnell verfügbare Energie liefern. Erste Studien geben außerdem Hinweise, dass sie die Muttermundöffnung unterstützen und den Geburtsverlauf verkürzen könnten. Das ist noch nicht abschließend belegt.3

Bei Schwangerschaftsdiabetes: Datteln sind nicht automatisch verboten, enthalten aber konzentriert Kohlenhydrate und können den Blutzucker beeinflussen.

Mein Fazit

Datteln sind eine leckere, nährstoffreiche Frucht. Für die Geburtsvorbereitung gibt es ermutigende Hinweise. Wenn du Datteln liebst, kannst du sie als Snack in deinen Klinikkoffer packen. Sie liefern während der Geburt schnell verfügbare Energie und könnten die Muttermundöffnung unterstützen.3 Und weil ich das so oft gefragt werde: Auch vor der 36. Schwangerschaftswoche kannst du Datteln schon essen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Al-Kuran O et al. (2011). The effect of late pregnancy consumption of date fruit on labour and delivery. PubMed.
  2. Razali N et al. (2017). Date fruit consumption at term: Effect on length of gestation, labour and delivery. PubMed; DOI: 10.1080/01443615.2017.1283304.
  3. Salajegheh Z et al. (2024). Systematic review and dose-response meta-analysis of date consumption in the peripartum period. PubMed; DOI: 10.1186/s12884-023-06196-y.
  4. Abou El-Ardat M et al. (2025). The Effects of Date Consumption on Labor and Vaginal Birth. PubMed; DOI: 10.5455/medarh.2025.79.56-60.
  5. National Health Service (NHS). Foods to avoid in pregnancy. NHS.

Fachliche Einordnung: Oktober 2026.